JETCO 1. Dönem Protokoll stärkt türkisch-syrische Wirtschaftsbeziehungen
Im Rahmen des 1. JETCO-Treffens haben die Türkei und Syrien ein umfassendes Protokoll unterzeichnet, das eine Vertiefung der wirtschaftlichen Integration und eine verstärkte Zusammenarbeit in strategischen Sektoren vorsieht. Ticaret Bakanı Ömer Bolat betonte, dass das Abkommen als umfassende Roadmap für die Regionalentwicklung und den Wiederaufbau dient und eine neue Grundlage für die Beziehungen zwischen den beiden Nachbarstaaten bildet.
Schwerpunkte der Zusammenarbeit und neue Ziele
Handelsvolumen und Sektoren
Im Mittelpunkt der Gespräche stand die Erhöhung des bilateralen Handelsvolumens, das im vergangenen Jahr 3,7 Milliarden US-Dollar erreichte. Ziel ist es, dieses zunächst auf 5 Milliarden und mittelfristig auf 10 Milliarden US-Dollar zu steigern. Beide Seiten einigten sich auf eine Vertiefung der Kooperation in den Bereichen Textil, Landwirtschaft, Lebensmittel und Maschinenbau. Zusätzlich soll die Vorhersehbarkeit im Agrarhandel durch den Austausch regulatorischer Informationen verbessert werden.
Güterverkehr und regionale Lieferketten
Ein zentrales Thema war die Optimierung der Grenzabfertigung und die Einrichtung eines Gemeinsamen Zollkomitees zur Sicherstellung eines reibungslosen Logistikflusses. Minister Bolat unterstrich die Bedeutung voll funktionsfähiger Grenzübergänge, insbesondere angesichts aktueller geopolitischer Herausforderungen in der Golfregion. Die Türkei, Syrien, Jordanien, Saudi-Arabien und Irak sollen als Transitkorridore für den Nahen Osten und die Golfstaaten gestärkt werden.
Wiederaufbau und Investitionen in Syrien
Die Wiederherstellung der wirtschaftlichen Stabilität Syriens ist für die türkische Wirtschaft von großer Bedeutung. Türkische Bau- und Beratungsunternehmen verfügen über das Know-how, um sich aktiv am Wiederaufbau von Wohnraum, Infrastruktur, Energie- und Verkehrsprojekten in Syrien zu beteiligen. Darüber hinaus sollen bilaterale Vereinbarungen zur Förderung der Zusammenarbeit in Bau und technischer Beratung unterzeichnet werden.
Beide Länder sind bereit, ihre Kooperation auf neue Bereiche wie Energie, Rohstoffe, Bildung und Gesundheitswesen auszuweiten. Dazu zählen die Erschließung von Erdöl und Gas, die Förderung von erneuerbaren Energien und die Gründung einer türkisch-syrischen Freundschaftsuniversität.
Finanzsysteme und institutionelle Zusammenarbeit
Die Integration Syriens in das globale Finanzsystem wird von der Türkei ausdrücklich unterstützt. Die Zusammenarbeit der Zentralbanken beider Länder schreitet voran und auch die Präsenz türkischer Banken in Syrien soll gestärkt werden, um Investitions- und Handelsbeziehungen zu fördern. Das JETCO-Protokoll bietet hierfür eine institutionelle Grundlage. Das nächste Treffen der Kommission ist in Damaskus geplant.
Weitere Vereinbarungen und Ausblick
Im Rahmen des Treffens wurden zusätzliche Abkommen in den Bereichen Produktsicherheit, technische Regulierung, Standardisierung, Konformitätsbewertung und Metrologie unterzeichnet. Syrische Wirtschaftsminister Nidal Şaar betonte die Bedeutung der Zusammenarbeit auf stabiler und nachhaltiger Grundlage. Insbesondere die geplante Industriezone in Aleppo soll die gemeinsame wirtschaftliche Entwicklung vorantreiben.


















