Großprojekt für moderne Mobilität: Ausbau des Hochgeschwindigkeitsnetzes
Abdulkadir Uraloğlu, der türkische Minister für Verkehr und Infrastruktur, hat im Rahmen seines Programms in Afyonkarahisar den Baufortschritt an der Ankara–Izmir Hochgeschwindigkeitszugstrecke (YHT) auf der Baustelle Sinanpaşa persönlich inspiziert. Uraloğlu betonte, dass etwa 11,5 Millionen Bürgerinnen und Bürger in den Provinzen Ankara, Afyon, Uşak, Manisa und Izmir künftig vom Komfort der neuen Hochgeschwindigkeitsverbindung profitieren werden.
In seiner Ansprache unterstrich Uraloğlu die Bedeutung des Schienenverkehrs für die Entwicklung, den Zusammenhalt und die kulturelle Vernetzung der Nation. Seit 2002, so der Minister, werde der Ausbau der Eisenbahn unter der Führung von Präsident Recep Tayyip Erdoğan als staatliche Priorität verfolgt. Neben dem Neubau von Strecken seien auch bestehende Bahnlinien umfassend modernisiert und erneuert worden.
Technische Details und Streckenführung
Modernisierung und Ausbau
Uraloğlu hob hervor: „Wir haben inzwischen 61 Prozent unserer Bahnstrecken signalisiert und mehr als die Hälfte elektrifiziert. Damit erfüllt unser Netz internationale Standards und bietet eine sichere, schnelle und effiziente Verkehrsanbindung.“ Zu den laufenden Projekten zählen neben der Ankara-Izmir-Strecke auch weitere wichtige Bahnverbindungen wie Halkalı–Kapıkule, Bandırma–Bursa–Yenişehir–Osmaneli und Mersin–Adana–Osmaniye–Gaziantep.
Verkürzte Reisezeiten
Die neue Ankara–Izmir YHT-Strecke wird 505 Kilometer lang sein und umfasst wichtige Bahnhöfe in Ankara, Eryaman, Polatlı, Emirdağ, Afyonkarahisar, Uşak, Salihli, Turgutlu, Manisa, Menemen und Izmir. Die Gesamtstrecke reduziert die bisherige Entfernung von 824 auf 624 Kilometer. Mit der Fertigstellung wird die Reisezeit zwischen Ankara und Izmir von derzeit 14 Stunden auf 3,5 Stunden sinken; auf der Straße verkürzt sich die Fahrzeit von sieben auf ebenfalls 3,5 Stunden. Für die Teilstrecken ergeben sich folgende neue Reisezeiten:
- Ankara–Afyon: 1 Stunde 40 Minuten
- Ankara–Uşak: 2 Stunden 10 Minuten
- Ankara–Manisa: 2 Stunden 50 Minuten (vorher 11 Stunden 45 Minuten)
Die Infrastruktur umfasst 49 Tunnel (41 km), 67 Viadukte (26 km), 78 Brücken, 769 Durchlässe, 142 Überführungen und 254 Unterführungen. Im Jahr sollen rund 13,5 Millionen Fahrgäste und 90 Millionen Tonnen Fracht befördert werden.
Fortschritte auf der Baustelle und wirtschaftliche Impulse
Der Minister informierte zudem über die Baufortschritte: Bei den Erdarbeiten zwischen Polatlı und Afyon liegt die Fertigstellung bei 95 %, die Tunnelarbeiten sind zu 98 % abgeschlossen. Die Bayat1 und Bayat2 Tunnel sind bereits fertiggestellt, im Köroğlu-Tunnel laufen die letzten Arbeiten. Insgesamt nähert sich dieser Abschnitt einer Fertigstellung von 90 %.
Uraloğlu betonte abschließend, dass das Projekt nicht nur ein Meilenstein für den Personen- und Güterverkehr sei, sondern auch die wirtschaftliche Dynamik und den internationalen Handel der gesamten Region stärken werde. Besonders die fruchtbaren Agrargebiete von Afyon, Uşak und Manisa sowie die starken Industrie- und Logistikstandorte Izmirs werden durch die neue Verbindung enger mit dem nationalen und globalen Markt verknüpft.








